Pogona vitticeps
Allgemein
Die Gattung Pogona vitticeps ist leicht zu halten, benötigen immer die richtige Pflege. Bartagamen sind keine Kuscheltiere die andauernd aus dem Terrarium genommen werden. Es gibt die Tiere
die die Hand des Menschen akzeptieren, aber auch welche die es nicht mögen. Und das sollte man akzeptieren um das Tier nicht zu stressen. In der Regel werden sie ca. 50-60 cm groß.
Vor der Anschaffung
Der Kauf einer Bartagamen sollte vorher gründlich überlegt sein. Im Voraus sollte man sich gründlich informieren, wie zum Beispiel Bücher lesen, einen Züchter besuchen, sich im Internet und Foren
informieren.
Stellen Sie sich vorher folgende Fragen:
- Kann ich mich für 10 Jahre oder auch mehr um das Tier sorgen, es pflegen?
- Bin ich immer bereit für das Tier Kosten zu investieren (Futter, Tierarzt, Beleuchtung, Strom...)?
- Besteht in meiner Wohnung oder im Haus genug Platz?
- Was ist wenn ich im Urlaub bin, habe ich eine Person die sich in der Zeit um das Tier kümmern kann?
Nehmen Sie sich Zeit, und überlegen Sie es sich gründlich und genug. Reden sie mit evtl. Mitbewohnern, Eltern, Kindern, Partnern ob diese auch nichts dagegen haben, sich nicht ekeln und auch
motiviert in die Sache eingehen. Machen Sie dich Gedanken über ein Terrariumkauf, oder bauen sie sich selber eins.
Bedenken Sie die ganze Beleuchtung und die damit verbundenen Kosten, die richtige UV Bestrahlung und die passende Helligkeit sind sehr wichtig für diese Tiere.
Ich selbst empfehle immer die Aufzucht eines Jungtieres. Es bereitet einem viel Freude um man kann von Anfang an dem Tier einen guten Start gewähren. Jedoch sind Jungtiere auch Anfälliger und
verzeihen nicht immer kleine Fehler.
Kaufen Sie nicht irgendeine Bartagame irgendwo her. Achten Sie immer darauf ob das Tier gut genährt aussieht, mit UV bestrahlt wird, ob die Terrarien sauber sind, wie der Gesamteindruck ist und ob
die Augen klar und die Kloake sauber sind.
Wenn das alles bei Ihnen zusagt und Sie sich sicher sind sich so ein wundervolles Tier zu zulegen dann steht dem nichts mehr entgegen. Richten Sie vorher alles her. Sobald sie ein Tier haben ist es
sehr ratsam gleich Kotproben (ideal währe von 3 Tagen) zu sammeln und diese zur Untersuchung zu schicken. Nur weil ein Tier gesund aussieht heißt das noch lange nicht das er keine Krankheit in sich
hat.
Verbreitungsgebiet
Bartagemen stammen aus Australien, sie sind dort im Binnland des Ostens anzutreffen.
Verhalten
Bartagamen sind tagaktive Tiere. Sie kommunizieren über langsame Armbewegungen untereinander. In Drohhaltung, die Häufig zwischen Männchen oder während der Paarungszeit vorkommt, stehen die Tiere
sich schräg gegenüber, fachen den Körper ab und blähen ihren schwarz gefärbten Bart auf. Sie kühlen sich ab indem sie ihr Maul weit öffnen, somit Verdunstungskälte erzeugen.
Sammy ist leider am 06.12.08 an den Folgen von Innenparasiten verstorben
Haltung
Die Temperatur und Luftfeuchtigkeit ist sehr wichtig für die kleinen Drachen. Es sollte alles so wie in ihren natürlichen Habitaten angepasst werden.
Die Temperaturen im Terrarium sollten folgendermaßen sein:
Unterm Wärmespot 45°C bis 55°C
Umgebungstemperatur 28°C bis 32°C
Schattenplatz 26°C bis 28°C
Nachts 21°C bis 24°C
Die Luftfeuchtigkeit sollte tagsüber zwischen 30% bis 40% liegen, Nachts etwas höher.
Die Männchen stressen sich gegenseitig, sie akzeptieren sich untereinander nicht. Auch wenn sie von klein auf zusammen aufgewachsen sind. Es ist immer davon abzuraten mehrere Männchen in einem
Terrarium zu halten, sie führen heftige Revierkämpfe auf, die im schlimmsten Falle bis zum Tod führen können.
Auch die Weibchen werden zu oft von den Männchen in der Paarungszeit gestresst. Vorallem wenn in einem Terrarium ein Weibchen und ein Männchen gehalten wird. In dieser Zeit der Paarung wird immer nur
das eine Weibchen begattet, es gibt ja kein weiteres. Wenn Männchen und Weibchen in einem Terrarium gehalten werden sollen, dann ein Männchen und 2 Weibchen oder auch mehr.
Am besten ist es jedoch wenn man das Männchen nur zur Paarungszeit zu dem oder den Weibchen setzt für ein paar Tage. Wenn das Weibchen befruchtet wurde wird das Männchen wieder separat
gehalten.
Die regelmäßige Abgabe von Mineralien und Vitaminen ist auch sehr wichtig für unsere Bartagamen. Dies steigert ihre Aktivität und hilft im Knochenaufbau und somit zur Vermeidung von z. B.
Rachitis.
Das Terrarium sollte auch immer entsprechend eingerichtet sein um möglichst ihren natürlichen Habitaten nachahmen zu können. Steine, Hölzer und Wurzeln zum Verstecken sollten im Terrarium nie
fehlen.
Die Größe von 150x80x80 cm steht für 1 bis max. 2 Tiere. Für beispielsweise 3 Tiere währe dann 180x80x80 cm. Jedes Weiter Tier rechnet man immer 15% dazu.
Das sind jedoch alles nur Mindestmaße die festgelegt wurden. Größer ist immer besser und viel Größer super ;-)
Die UV Versorgung
Durch das UV Licht produzieren die Bartagamen ihr körpereigenes Vitamin D3, dies lagert Kalzium in ihren Knochen ab und ist vorbeugend für Rachitis. Sehr zu empfehlen für diese Tiere ist die Osram
Vitalux mit 300 W. Diese wird 30 Minuten täglich eingeschaltet mit einem Mindestabstand von 80 cm zum Tier, ansonsten besteht für das Tier ein hohes Verbrennungsrisiko. Diese Art von UV Versorgung
kann nicht durch das Glas erfolgen, da gelangt nichts zum Tier.
Jedoch als alternative zur Osram Vitalux sind auch UV Spots oder Strahler, z. B. die Power Sun von ZooMed. Diese kann anders wie die Vitalux ganztägig betrieben werden und es erfolgt gleich eine
geeignete Bestrahlung für den oder die Sonnenplätze. Dieser Spot oder Strahler sollte täglich ca. 10-12 Stunden in Betrieb sein. Die Lucky Reptile kann ich auch sehr empfehlen. Die UV Versorgung ist
sehr wichtig bei den kleinen oder auch großen Drachen.
Jedoch abraten kann ich nur von den UV-Leuchtstoffröhren. Die vorhandene Strahlungsintensität steht in der Regal nur bei 30 cm Entfernung zur Verfügung. Da Bartagamen Terrarium nicht so tief sein
sollten und dürften fällt die Röhre auch gleich wieder weg. Ich selbst halte von denen nichts gutes.
Für ein Terrarium von 150x80x80 cm könnte man zum Beispiel folgende Beleuchtung installieren
Doppelbalken T5-Röhren 54 Watt Bio Vital
1-2 Bright Sun Dessert 70 W
1-2 Spots
Futter
Auf das Futter sollte man stets achten, Bartagamen verfetten sehr schnell. Bei Lebendfutter sollte darauf geachtet werden was und wie viel man davon füttert. Lebendfutter wird immer angenommen, egal
ob sie noch hungrig sind oder auch nicht. Jedoch bei Grünfutter wissen die kleinen Drachen genau was ihnen gut tut.
Folgendes Lebendfutter kann angeboten werden:
- Heimchen
- Grillen
- Heuschrecken
- Larven
- Mehlwürmer
- Schaben
Täglich sollte frisches Gemüse angeboten werden, Bartagamen nehmen hiermit gleich ihre Flüssigkeit mit auf.
Folgendes Gemüse kann täglich angeboten werden:
- Lollo Rosso
- Ruccula
- Radicchio
- Kresse
- KarotteB
- Basilikum
- Petersilie
- Golliwoog
- Klee
- Löwenzahn
- Kamille
- Vergissmeinnicht
- Stiefmütterchen...
Paprika sowie Gurken und Obst eher selten anbieten. Sie haben zu viel Wasser und zu wenig Nährstoffe in sich. Ebenfalls keine Kohl und Zitrusfrüchte anbieten.
In der Regel ist es so das umso älter Bartagamen werden, umso weniger Lebendfutter und umso mehr Grünfutter anbieten. In jungen Jahren kann man schon 50:50 anbieten. Ganz junge Bartagamen mehr
Lebendfutter, weniger Grünfutter. Bei adulten ist es genau umgedreht, viel Grünfutter und wenig Lebendfutter anbieten.
Unsere kleinen Drachen koten sehr häufig ab, dieser hat meist einen sehr üblen Geruch. Aus diesem Grund sollte man täglich mehrmals den vorhandenen Kot entfernen.
Geschlechtsunterschiede
Männchen in Paarungsstimmung haben größere Femoral- und Präanalporen. In der Paarungszeit ist der Bart des Männchens sehr schwarz gefärbt.
Männchen haben auf der Schwanzwurzel zwei längs verlaufende parallele Erhebungen mit einer deutlichen Vertiefung in der Mitte.
Befindet sich in der Mitte der Schwanzwurzel ein Hügel wie eine trapezförmige Erhebung, so ist sie wahrscheinlich ein Weibchen. Das Geschlecht lässt sich häufig erst bestimmen, wenn die Tiere
Semi-Adult oder Adult sind. Erfahrene Züchter können häufig unmittelbar nach dem Schlupf der Tiere das Geschlecht bestimmen.
Die Fortpflanzung
Um in der Fortpflanzung erfolgt zu haben ist es immer empfehlenswert den Bartagamen eine Winterruhe zu ermöglichen für ca. 8 Wochen, oder auch so wie es ihre Bartagame gerne möchte. In dieser Zeit
wird die Temperatur auf 20°C bis 25°C am Tag abgesunken, Nachts sollte eine Temperatur von 15°C bis 20°C herrschen. Sind die kleinen Schützlinge wieder erwacht folgt auf heftiges Kopfnicken meist
eine Paarung. Um bei den Weibchen Stress zu vermeiden sollte das Männchen nach der Befruchtung wieder aus dem Terrarium genommen werden und wieder separat gehalten werden.
Eiablage
Nach einigen Wochen wird das befruchtete Weibchen, bei guter Fütterung, füllig und es zeigen sich leichte Beulen an der Bauchunterseite. Nach ca. 45-60 Tagen legt sie ca. 20 Eier in eine selbst
gegrabene Grube, diese wird dann von ihr wieder geschlossen. Dafür muss ein Platz eingerichtet werden, dieser sollte mit mindestens 15 cm Sand gefüllt sein, also Sandhöhe, und feucht gehalten werden.
Die Eier werden dann ganz vorsichtig raus genommen und in einem Inkubator bei 28-32°C ausgebrütet. Bei weniger Temperatur werden es meist mehr Weibchen, bei mehr Temperatur meist mehr Männchen.
Nach 55-75 Tagen erblicken ca. 10 cm lange Jungtiere die große weite Bartagamen Welt.
Zucht
In einem 110x60x60 Terrarium sollten sie max. 10 Jungtiere halten. Es ist auch sehr wichtig diese zu beobachten. Bei Futtermangel oder zu kleinem Terrarium ist es nicht selten das sich die Kleinen
die Schwänze gegenseitig anknabbern und abreißen. Täglich sollte Lebendfutter und Grünfutter, natürlich entsprechend ihrer Größe, angeboten werden. Auch mehrmals Sprühen ist von Vorteil, da sie sehr
gern viel trinken. Fast Lebensnotwendig, kann man sagen, ist es auch sie regelmäßig mit Vitaminen und Mineralien zu versorgen und die kleinen mit UV Beleuchtung zu versorgen.
Mit 1-2 Jahren sind die kleinen dann auch schon Geschlechtsfähig.